Angebot für Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen- und Intersexuellen

Der Rat der Stadt Lehrte beauftragt die Verwaltung der Stadt Lehrte, ein Angebot in Lehrte für Jugendliche, die sich als Teil der Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen- und Intersexuellen (LGBT*) fühlen, zu schaffen. Dies soll durch die Einrichtung einer Gruppe von LGBT*-Jugendlichen an einem zentralen Jugendzentrum oder durch ein Beratungs- und Hilfsangebot der Lehrter Verwaltung geschehen. Diese Angebote könnten zu einem späteren Zeitpunkt auch in das noch umzusetzende Familienzentrum integriert werden, um nicht nur den Jugendlichen sondern auch der ganzen Familie ein Angebot zu bieten.

Begründung:

In Lehrte gibt es bisher kein spezifisches Angebot für Jugendliche der LGBT*-Identität. Jugendliche und ihre Angehörigen, die sich über das Thema informieren wollen, werden in Lehrte an das Angebot in Hannover verwiesen: den Andersraum und die Jugendberatung Hinterhaus. Dies sind die einzigen beiden nichtkirchlichen Angebote in der gesamten Region Hannover.

Jugendliche aus Haushalten, in denen wenig Toleranz gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten gelebt wird, haben in Lehrte wenig Möglichkeiten zur Beratung. Dazu kommt, in Zeiten einer Pandemie, der fehlende Austausch in der Schule oder in ihrer Freizeit mit Freunden und Gleichaltrigen, um so Unterstützung zu erfahren.

Diese Unterstützung an zentraler Stelle in Lehrte anzubieten, ist elementar: homosexuelle Jugendliche haben ein deutlich höheres Suizidrisiko als heterosexuelle Gleichaltrige, bei transgeschlechtlichen Jugendlichen liegt das Risiko eines Suizids nochmals höher.[1]

Hier ist ein niedrigschwelliges Angebot notwendig. Spezifische Hilfs- und Beratungsangebote sollten von den bestehenden Stellen des Jugendamtes aufgenommen werden. Eine offene Jugendgruppe bietet Jugendlichen die Möglichkeit, ohne vorherige Anmeldung oder Hemmnisse Jugendliche mit ähnlichen Erfahrungen und Problemen zum Austausch zu treffen. Trifft sich diese Gruppe in einem Jugendzentrum oder ggf. nach Fertigstellung des Familienzentrums in diesen neuen Räumlichkeiten, sinkt die Erklärungsbedürftigkeit, sollten Eltern oder Bekannte einen Jugendlichen dort antreffen oder sehen.

Eine weitere Begründung erfolgt mündlich.


[1] Quellen dazu, u.a. auf http://www.coming-out-day.de/informationen/fakten.html oder https://www.swissinfo.ch/ger/hohes-suizidrisiko-bei-jungen-homosexuellen/7398168.